Skip to content

Gnadenbrot für die alte Röhre

Es ist vollbracht und funktioniert: wie letzten Monat angekündigt ist heute mein FireTV Stick angekommen und dient mir jetzt ergänzend zur FireTV Box die ich ja schon seit vorigen Oktober nutze im Schlafzimmer dazu, dass ich im Bett einen Film zu Ende sehen kann den ich im Wohnzimmer begonnen habe.

Der FireTV Stick hat nur einen HDMI Ausgang, den Anschluss an den alten Röhrenfernseher geschieht mittels einem HDMI2AV Adapter den ich für 12€ in China bestellt habe. Der funktioniert erstaunlich problemlos und vermutlich prinzipiell mit einer deutlich besseren Qualität als die alte Röhre darstellen kann. Aber darauf kommt es mir nicht an, dieser Aufbau ist ein Gandenbrot für den Fernseher und dient nur dazu, dass ich es spät Abends bequemer habe wink

Und so sieht das Ganze aus (Adapter und Stick verschwinden noch nach hinten):

FireTV Stick via HDMI2VGA Adapter an Röhrenfernseher

gesehen: Big Eyes

In der heutigen Sneak lief Big Eyes, ein Drama nach einer wahren Geschichte von Tim Burton

Margaret verlässt 1958 ihren Mann und zieht mit ihrer Tochter nach San Francisco. Sie malt und lernt dabei den Wochenendmaler Walter Keane kennen. Sie heiraten und stellen zaghaft in einem Club ihre Bilder aus. Da sie beide nur mit dem Nachnamen signieren kommt es zur Verwechslung und Walter wird für den Schöpfer der Bilder der Kindern mit den grossen Augen gehalten. Walter, ganz Schwätzer Verkäufer nutzt die Gunst der Stunde und verkauft ein Bild als seines. Aus dieser Verwechslungslüge wird System und ein Kunstimperium das auf den Bildern von Margaret aufgebaut ist aber seinen Namen tragen. Sie werden reich doch irgendwann bröckelt die Fassade…

Ein schönes Drama nach einer wahren Geschichte. Walter Keane gab es wirklich (er starb 2000), Margaret lebt noch heute und mal noch immer (Keane Eyes Gallery). Die Geschichte ist schön erzählt, auch wenn man die historische Geschichte nicht kennt ist sie schön anzusehen auch wenn klar ist was passiert. Das Thema und die Zeit passt zu Tim Burton, das ist schon in der ersten Szene klar. Die knalligen Farben passen perfekt zu den 50’ern und Burton.
Die Rolle des Walter Keane wird herrlich gespielt von Christoph Waltz, das krampfartige Grinsen des Verkäufers hält er den ganzen Film durch, ich schaffe das nicht mal 3 Sekunden lang. Beeindruckend.
Eine wahre Geschichte wie aus einer harmlosen Verwechslung ein Imperium auf Lüge aufgebaut wird und Walter sich selbst wirklich für den Künstler hält. Ein Künstler war er offenbar, aber kein Maler

Lesenswert dazu auch der Artikel aus dem Guardian im Freitag zu Walter und Margaret Keane.

gesehen: Top Five

Gestern ging es wieder in die Sneak, es lief Top Five, ein Film von und mit Chris Rock (Hauptrolle, Drehbuch und Regie).

Chris Rock spielt Andre Allen, einen ehemaligen stand-up comedy Star der nach einigen sehr seichten Kinofilmen und alkoholbedingtem Absturz versucht endlich ins ernsthafte Fach zu wechseln.
Er steht unmittelbar vor der Hochzeit mit einem Reality-TV Sternchen, seine Zukünftige lässt sich rund um die Uhr filmen was auch ihm Aufmerksamkeit beschert. Um seinen ambintionierten Film über einen Sklavenaufstand in Haiti zu promoten ist er in New York und wird von einer Reporterin der New York Times begleitet.

Der Film dreht sich also um einen Comedystar der schon bessere Zeiten erlebt hat, eine Fernsehhochzeit und eine Reporterin die auch ihre Probleme und Geheimnisse hat.
Von der Handlung her ist fast alles vorhersagbar, keine Überraschung. Aber im Detail ist natürlich nicht jeder Szene vorhersehbar und so gibt es doch genug Unterhaltung obwohl man das Ende im Prinzip in der zweiten Minute vorhersagen kann. Aber auch bei Titanic weiss man vorher dass das Schiff untergeht wink
Von daher mein Fazit: Nichts was man gesehen haben muss aber doch Unterhaltsam und keine Lebenszeitverschwengung.

Amazon FireTV Stick zum Einführungspreis

Seit Ende September habe ich ja ein Amazon FireTV, noch die Box.
Amazon FireTV (Box)Meinen ersten Eindruck hatte ich ja schon gebloggt, mittlerweile hat die kleine Kiste bei mir das Fernsehen praktisch komplett abgelöst. Wenn ich einen Film oder Serie sehen will schalte ich sie ein und schaue über Amazon Prime oder Netflix das was ich gerade sehen will und genau dann wenn mir danach ist. Klassisches Fernsehen mit starrer Sendezeit sehe ich nur noch in Ausnahmefällen.

Seit heute morgen gibt es nun auch in Deutschland den kleinen Bruder der Box, den FireTV Stick. Der Stick ist kleiner, hat halt die Form eines USB-Sticks und wird direkt in einen HDMI Anschluss gesteckt. Strom bekommt er über einen USB Stecker, da nimmt man am besten direkt eine am Fernseher. Gegenüber der Box hat er eine eine kleinere CPU, d.h. als Spielekonsole taugt er nicht wirklich (nutze ich aber auch nicht) und die Menüs sind auf der Box wohl etwas schneller. Der Stick wird aber keine Probleme haben mit HD-Streams, das schafft selbst ein Raspberry Pi wink. Ausserdem fehlt ihm der Kabel-Netzwerkanschluss, der digitale Audioausgang, der USB Anschluss und die Spracherkennung in der Fernbedienung (die ich unerwartet häufig nutze). Die Fernbedienung mit Mikrofon kann einzeln bestellt werden oder man nutzt bei Bedarf einfach die Fernbedienungsapp für Android oder ios.
Praktisch würde der Stick aber für alles ausreichen was ich damit mache, also habe ich mir einen bestellt für meinen alten Fernseher.

Der Stick kostet 39€ (die Box 99€) aber wie bei der Box gibt es ein Einführungsangebot.
Bis 26.03. 9:00 Uhr kostet der Stick nur 19€ für Amazon Prime Mitglieder, wobei man auch nur für die Bestellung Prime Mitglied werden kann, das ist die ersten 30 Tage kostenlos. Bleibt man danach bei Amazon Prime erhält man 12€ Gutschrift für den Stick, so dass man rechnerisch sogar auf nur 7€ kommt. 19€ ist effektiv also ein Angebot für Jeden, man muss ggf. halt Amazon Prime kostenlos ausprobieren.
Ausgeliefert wird der Stick am 15. April, im Vergleich zur Einführung der Box hat Amazon dieses mal genug für den Bedarf vorrätig cool

Anschluss an alten Fernseher

Die FireTV Box hängt im Wohnzimmer am flachen Fernseher, der Stick soll meinen alten Curved-TV (Röhre) wiederbeleben damit ich mir z.B. die letzte halbe Stunde eines Films im Schlafzimmer ansehen kann.
Der Stick hat HDMI, die Röhre ist Analog, also muss da ein Konverter her. Receiver für z.B. DVB-S oder -C haben zwar HDMI aber normlerweise nur als Ausgang, für einen HDMI Eingang und analogen Ausgang muss man suchen.
Fündig geworden bin ich aber recht schnell in China. Für 11,93€ inklusive kostenlosem Versand mit Tracking via Post.nl habe ich mir einen HDMI auf AV-Video Adapter bei Tinydeal bestellt. Die Lieferung aus China dauert 2-4 Wochen, der Stick kommt in 3 Wochen, das passt. So bekommt die Röhre noch ein Gnadenbrot wink

gesehen: Zu Ende ist alles erst am Schluss

Frisch zurück aus dem Kino muss ich erstmal den Film der Sneak verbloggen. Es lief Zu Ende ist alles erst am Schluss. Ich will meinen Tweet nach dem Film nur kurz etwas erläuten:

(Kleine Spoiler) Etwa zeitgleich stirbt Romains Opa sein Vater wird Rentner. Romains Vater und dessen Brüder bringen die Oma / ihre Mutter in ein Heim, Romain besucht sie dort regelmässig. Das Rentnerdasein ist für Romains Eltern nicht einfach und die Oma haut aus dem Heim ab. Romain bekommt raus wo sie hin ist und fährt ihr nach.

Klingt vielleicht etwas wirr, letztlich ist es aber die Oma die von den Söhnen ins Heim gesteckt wird nachdem ihr Mann stirbt, der Vater als frischer Rentner woran sich die Beziehung erst anpassen muss und der Enkel der sich um die Oma kümmert. Und wenn ich das hier so schreibe ist diese Beschreibung gefühlt schon mehr Handlung als man in den gut anderhalb Stunden Laufzeit sieht. Der Film hat kaum eine Handlung die man als solche wahrnimmt, ich habe es direkt nach dem Film damit verglichen sich auf eine Bank zu setzen und die Autos zu beobachten. Das wurde von M. gleich bestritten weil man dabei ein interessantes Auto sehen könnte. Am besten fand ihn aus unserer Gruppe wohl U. der sehr vehemend 4 von 10 Punkten verteidigt hat. Die seien dem Film gegönnt, mein Fall war er aber überhaupt und gar nicht. Wir konnten uns nicht einmal auf ein Genre einigen und haben es bei “französischer Film” belassen was aber auch falsch ist denn alle französischen Filme die wir letztes Jahr in der Sneak hatten waren Klasse.

Einen Preis hat aber derjenige verdient, der den Trailer geschnitten und mit Musik unterlegt hat, im Trailer wirkt der Film richtig gut, danach hätte ich ihn mir auf jeden Fall angesehen. Die Szenen sind alle aus dem Film aber wer aufgrund des Trailers in den Film geht kann nur enttäuscht werden:


gesehen: Die Trauzeugen AG

Nach einigen Wochen Pause wegen Handball-Heimspielen war ich gestern mal wieder in der Sneak. Es lief Die Trauzeugen AG. War es Zufall, dass just für diesen Film Werbung am Ende der E-Mail mit der Bestellbestätigung war?
Der Film ist definitiv kein Oscarkandidat, von der Story her entsprach er ziemlich genau dem was ich mir unter dem Titel vorgestellt hatte. Aber der Film war unerwartet witzig, ich hab mich gut amüsiert. Das war auch mein getwittertes Fazit nach dem Film:

Doug ist Anwalt und will in zwei Wochen heiraten. Seine Zukünftige (Kaley Cuoco-Sweeting, “Penny” aus Big Bang Theory) hat gleich 7 Brautjungfern auserkoren. Doug hat keine Freunde, nichtmal einen einzigen Bekannten kann er überreden sein Trauzeuge zu sein. Da bekommt er einen Tipp und kontaktiert Jimmy Callahan und seine Trauzeugen AG.
Jimmy spielt gegen Geld den Trauzeugen, mit allem was dazu gehört vor und nach der Hochzeit und bei Bedarf stellt er auch noch weitere Trauzeugen. Aber noch niemand wollte 7. In nur zwei Wochen macht er sich daran, für Doug 7 Trauzeugen zu besorgen die ihn natürlich alle schon ewig kennen und aufregende Dinge miteinander erlebt haben. Dabei geht nicht immer alles am Schnürchen…

Die Geschichte ist wie gesagt nicht wirklich überraschend, auch wenn man nicht jede Szene vorhersehen kann ist man doch nie überrascht. Aber der Film hat einen Humor der wirklich gut funktioniert. Kevin Hart spielt souverän den Jimmy Callahan, Josh Gad kommt als schüchterner Doug Harris auch gut rüber.
Ein Film zum Spass haben mit einfachem Humor der aber nicht zu sehr mit dem Holzhammer kommt und von daher auch nüchtern Spass macht.

gesehen: Whiplash

Mit Whiplash wurde uns gestern in der Sneak ein Musikfilm präsentiert. Wobei die Musik (Jazz!) zwar sehr gut aber letztlich austauschbar ist.
Es ist ein Drama um Ehrgeiz und wie man Talent erkennt und fördert — oder genau nicht.

Andrew Neiman ist 19 Jahre und hat ein Studium an der besten Musikschule des Landes (in New York) begonnen. Dort wird er entdeckt vom charismatischen Lehrer Terence Fletcher (fantastisch gespielt von J.K. Simmons) und in die berühmte Jazzband des Konservatoriums aufgenommen.
Die Band führt er mit hartem Regiment, es ist eine Ehre dort zu spielen. Etwas Zuckerbrot und sehr viel Peitsche (“Whiplash” bedeutet Peitschenhieb) sind sein Weg zum Erfolg. Er spielt die Musiker gnadenlos gegeneinander aus, schreit sie so sehr an, dass auch Gunnery Sergeant Hartman kuschen würde und schreckt auch nicht davor zurück Instrumente nach ihnen zu werfen.
Es ist sein Weg, sein Verständnis für den richtigen Weg aus einem Talent das Genie zu befreien. Er bricht und zerbricht den Charakter der Schüler die dem nicht gewachsen sind. Aber er hat Erfolg und die Schüler geben alles für ihn. Auch Andrew gibt alles was er kann und noch mehr, bis zur Selbstaufgabe…

Dieser Film ist keine leichte Unterhaltung aber sehr gut. Die Musik ist fantastisch, denn darum geht es. Trommeln im 400’er Takt bis alles perfekt ist, auch wenn die Hände bluten. Es geht um Ehrgeiz und die tyrannischen Methoden des Lehrers. Er hat Erfolg, aber macht es das zur richtigen Methode? Kann man andererseits jemanden wirklich an seine Leistungsfähigkeit führen wenn man ihm nur sagt, dass er gut ist aber nicht ernsthaft weiter fordert? Wie macht man aus einem Künstler der erstmal “nur” Talent hat einen “richtigen” Künstler?
Toll gespielt, man nimmt Miles Teller den ehrgeizigen Andrew ab der alles für eine Musikerkarriere geben würde. Und noch viel mehr J.K. Simmons den Lehrer Terence Fletcher der wirklich unheimlich ist. Man sieht wie er seine Schüler mit aller Härte antreibt, erliegt aber auch im Kino fast seinem Charisma.
Der Film geht fast zwei Stunden und nach einem ersten Finale nach etwa zwei Dritteln hätte er auch schon fast vorbei sein können, aber vor allem die letzte halbe Stunde hätte ich mir wahrscheinlich auch allein über zwei Stunden ansehen können und das liegt auch an der Musik smile