Skip to content

De-Mail und die Rechtsverbindlichkeit

Wer mit dem Gedanken spielt sich eine De-Mail Adresse zu holen sollte unbedingt vorher diesen Artikel bei netzpolitik.org lesen.

De-Mails sind grundsätzlich rechtskräftig unterschrieben. Wer tatsächlich glaubt sein Kennwort sei nicht zu knacken der werfe den ersten Stein…

Vordruck: Datenübermittlung durch das Einwohnermeldeamt widersprechen

Kurz notiert: Zwar ist die Regierung nicht damit durchgekommen dass die Meldeämter die Daten der Bürger verkaufen dürfen wenn sie nicht explizit widersprochen haben, man muss jetzt der Datenübermittlung zustimmen.

Es schadet aber wohl nicht seinen Wunsch dennoch explizit zu äussern, sehr einfach geht das mit dem Vordruch von datensparsam.de.
Nach Eingabe von Name und Adresse bekommt man ein fertig ausgefülltest PDF das man nur noch unterschreiben muss. Misstraut man nicht nur den Behörden sondern auch datensparsam.de reicht es ja den korrekten Ort einzugeben damit die Adresse des Meldeamtes stimmt, den Rest kann man ja einfach übernehmen.

Dein Google-Testament: Was passiert mit deinen Daten wenn du nicht mehr auf sie zugreifst (zugreifen kannst)

Eine sehr gute und eigentlich überfällige Sache:

Bei Google kannst Du jetzt festlegen was mit deinen Daten passiert wenn du nicht mehr auf sie zugreifst

Google Inaktivitätsmanager

Das klingt erstmal sehr allgemein, konkret bedeutet das, dass Du im Kontoinaktivität-Manager festlegen was passiert wenn Du eine bestimmte, definierbare, Zeit nicht mehr auf Dein Konto bei Google zugreifst.
Bevor die Frist abläufst wirst Du per E-Mail oder SMS informiert dass es bald so weit ist, wenn die Frist abgelaufen ist werden bis zu 10 Personen darüber informiert dass Du inaktiv bist. Diese Abwesenheitsnotiz kannst Du anpassen und so z.B. vertrauten Personen mitteilen wie sie an das Konto kommen. Optional kannst Du dein Konto auch komplett löschen lassen.

Komischer Gedanke sich damit zu beschäftigen aber was passiert denn wenn Du einen Unfall hast? Entweder drauf gehst oder als Brötchen in einem Wohnheim landest?
Google lässt dich jetzt festlegen was dann geschieht, das sollten alle Anbieter tun.
Alles was ich bisher mitbekommen habe wenn Angehörige versuchen Daten eines verstorbenen Familienmitglieds bei Google, Facebook und Co löschen zu lassen war eher anstrengend und nichts was man tun will wenn man jemanden verloren hat.

Per Street View durch Fukushima

Fukushima ist wohl jedem ein Begriff, vor zwei Jahren zerstörte ein Erdbeben mit anschliessendem Tsunami das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in der Präfektur Fukushima.

Natürlich wurde nicht nur das Kraftwerk zerstört, in dem gesamten Gebiet blieb nicht viel heil. Eine der zerstörten und noch immer aufgrund der Strahlung gesperrten Städte ist Namie-machi, einst verteilten sich 22.000 Einwohner auf 223km².
Die Menschen dürfen noch nicht wieder in die Stadt, wollen aber natürlich wissen wie sie aussieht. Der Bürgermeister Tamotsu Baba hat zusammen mit Google aber ermöglicht dass die Street View Fahrzeuge die Stadt aufnehmen können.

Das Ergebnis sind beeindruckende und erschütternde Bilder:
View Larger Map

Bundesverdienstkreuz für Raul Krauthausen

Normalerweise interessiert mich das Bundesverdienstkreuz nicht sehr, aber das freut mich wirklich:

LobbyPlag: Welche Firmen machen unsere Gesetze?

Dringende Leseempfehlung: LobbyPlag: Die Copy & Paste-Gesetzgeber aus Brüssel von Richard Gutjahr wo er beschreibt wie Firmenlobbyisten in Europa Gesetze schreiben, sie als “Vorlage” an Politiker verteilen die diese wiederum 1:1 übernehmen und in Gesetz einfliessen lassen.

Aufgefallen war dem Wiener Studenten Max Schrems dass Eu-Gesetzesvorlagen zu grossen Teilen direkt aus Papieren von Lobbygruppen stammen. Richard Gutjahr hat ein paar Fäden gezogen und nun gibt es das LobbyPlag in dem wie bei den Plagiats-Wikis die diverse Doktorarbeiten von deutschen Politikern seziert hatten die EU-Gesetzgebung auf Lobbyvorlagen untersucht werden soll.
Lobbyismus hat seinen Platz in der Politik, aber sie darf keine Gesetzestexte schreiben. Natürlich kann man bestimmte Dinge — Ideen oder Standpunkte — übernehmen, aber es muss klar sein auf wessen Einfluss die Gesetzestexte zurückgehen.
Transparenz ist das Gebot unserer Zeit, das Internet macht es möglich. Und da die Presse hier nicht aufklärt sondern im Gegenteil selbst die Lobbykeule schwingt lasst uns die Möglichkeiten der Vernetzung nutzen.

echt und unecht im digitalen Zeitalter

Ich muss kurz etwas loswerden:

Nur weil etwas digital ist, ist es nicht weniger echt als prädigitale Pendants.

Ich habe kein “Onlineleben” und “Echtes Leben”. Ich habe ein Leben in dem ich mich mit online wie offline Dingen beschäftige. Personen, Aufgaben Vergnügen. Teils in beiden Medien gleichzeitig, teils nur in einem. Es sind nicht zwei getrennte Welten, es ist eine einzige mit verschiedenen Aspekten.

Auch lese ich auf meinem E-Reader genauso “echte” Bücher wie auf Papier. Wenn das Medium entscheidend wäre bräuchte mich der Inhalt nicht zu interessieren; ich könnte mir das Lesen also auch sparen.


Trennt nicht zwischen Analog und Digital. Ihr habt nur ein Leben.

tweetbackcheck